Beflügelt über die Hügel

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Beflügelt über die Hügel

TSG Dülmen nimmt „Dirtlinefahren“ ins Programm auf

Foto Dülmen. „War das einer? Ja, das war ein ‚nothing‘!“ schallt es vom größten aller Erdwälle auf dem Platz hinterm TSG Dülmen Stadion. Auf dem ursprünglich flachen Grundstück hat sich seit März diesen Jahres einiges verändert. Hügel in den verschiedensten Formationen entstanden aus rund 700 Kubikmetern lehmigen Materials.
 

Dülmen. „War das einer? Ja, das war ein ‚nothing‘!“ schallt es vom größten aller Erdwälle auf dem Platz hinterm TSG Dülmen Stadion. Auf dem ursprünglich flachen Grundstück hat sich seit März diesen Jahres einiges verändert. Hügel in den verschiedensten Formationen entstanden aus rund 700 Kubikmetern lehmigen Materials. „Wir wünschen uns noch die drei bis vierfache Menge davon“ so Christoph Stiegler der bereits seit fünf Jahren versucht den BMX-Radsport in Dülmen zu etablieren. Nach Absagen seitens der Stadt Dülmen, hat nun die TSG Dülmen die Sportart des BMX-Flugradfahrens, auch Dirtline genannt, in ihr Programm aufgenommen und das Gelände zur Verfügung gestellt. Bis zu 25 Kindern im Alter von

6-17 Jahren jagen mutig und konzentriert mit ihren Rädern über die eigens geschaufelten Hügel. Christoph Stiegler, der selber dem Sport nachgeht und diesen in seiner Zeit in Bayern für sich entdeckt hat, wollte Dülmens Jugend ebenfalls die Möglichkeit bieten ihre Radsportbegeisterung auszuleben. „Eigentlich kann man mit drei Jahren mit dem Sport beginnen.“ Damit überhaupt auf die rasante Art und Weise geradelt und geflogen werden kann, braucht es Bodenmaterial, Bagger und jede Menge helfende Hände. Alles ist bisher in Eigenregie entstanden.

„Wir freuen uns natürlich über jeden Bagger und Bodenaushub der uns zur Verfügung gestellt werden kann“ so Christoph Stiegler. Der sogenannte „Pumptrack“, auf dem man fährt ohne zu treten, ist bereits fertig und wird gerne auch von Neulingen befahren. Der andere Parcours, auf dem so mancher Trick in der Luft gemacht werden kann, wie etwa der „nothing“, ist noch nicht fertig gestellt. Die meisten der Kinder kommen fast täglich angeradelt. So auch Alexander Lücke: „Ich fahre seit dreieinhalb Jahren. Ich habe durch Freunde das BMX Radfahren entdeckt. Es ist eine Leidenschaft für mich geworden. Ich würde mir wünschen, dass die Stadt uns mehr unter die Arme greift.“ Unter die Arme der Dirtline-Fahrer greifen wird Robert Hoffmann, von ZAP!-Sports in Dülmen. Dieser konnte den Hersteller der sehr bekannten Skater Marke „Vans“ als Sponsor für den im nächsten Jahr geplanten Dirtline Contest gewinnen. „Das die Jungs hier für ihren Sport bauen und basteln können, alles in Eigenarbeit, ist eine sehr tolle Sache und sollte Publik gemacht werden. Jeder lebt vom Applaus“ so Robert Hoffmann. Darauf dass in Dülmen dann um die besten Tricks auf dem Zweirad gekämpft werden soll ist Christoph Stiegler stolz. „Vans als Sponsor in Dülmen zu haben ist schon ‘ne Nummer. Ich werde versuchen Kollegen und Semi-Profis aus meinem Bekanntenkreis in Bayern für die Veranstaltung hier zu gewinnen. Die Kinder könnten sie live erleben und persönlich Fragen stellen“. Bis dahin wird aber noch geschaufelt und gebaggert und natürlich weiterhin mit voller Begeisterung die Hügel auf zwei Rädern rauf und runter gejagt. Über Zuwachs freut sich die Truppe immer. „Wir wollen auch Schnupperstunden für die Kleinen anbieten“ so Alexander Lücke. Die Kinder sind über ihre Mitgliedschaft bei der TSG Dülmen versichert. Es sieht halsbrecherisch aus wie sie da über die Hügel akrobatisch hüpfen. Aber anders als man aufgrund der spektakulären Tricks erwartet, hat die Truppe erstaunlich wenig Verletzungsraten zu verzeichnen. Zum Fahrradkauf gehört natürlich immer auch ein Helm. Wer dies hat, kann den „flow“ auf dem Gelände der Dirtlines erlernen und fühlen. -am-

Quelle: Streiflichter, Andre Sommer